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Jona Jakob

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Grundhaltung - und mein Standpunkt

Es mag mein persönliches Anliegen und Thema sein; auch ich suche stets nach einer Mitte, einer Ortung, etwas, worauf ich mich verlassen kann, ob in meiner Profession als Coach oder als Mensch.

Es entgeht mir an keinem Tag, dass wir seit wenig Zeit von Entwicklungen wissenschaftlicher und digitaler Natur in einem Tempo überrant werden, welche wir von der Information, der Entwicklung und von ihrer Tragweite her weder erkennen noch verstehen können. Würde mir jemand sagen, wir sind bereits 'Im Netz des Fischtrawlers schwarmgefangen' würde ich ihm per heute, dem zweiten Adventssonntag 2016, kognitiv "Recht" geben. Was uns überrennt und überholt ist

  • alles was wissenschaftlich mit unserem Gehirn, Denken und Reagieren zu tun hat und
  • alles, was digital erfasst, gesammelt und in Modellen berechnet wird, um uns zu steuern.

'Wissenschaft' und 'Digitalisierung'

'Einfach gesagt' sind diese beiden Forschungs- und Entwicklungsfelder über unsere Köpfe hinweg entstanden und verfügen über uns. Sie sind grösser als jeder Staat, alle Medien und jede Gesetzesgrundlage. Das ist weiter noch nicht so schlimm.

Worin sie sich aber zum Menschsein, zum Humanismus, zur humanistischen Psychologie von uns Menschen unterscheiden: Sie sind beide 'quantitativ'! und damit werden beide nicht aufhören, den einst gegebenen "Nullpunkt", der neutrale Punkt zwischen Positiv und Negativ,

  • a) als neue, fortwährende Form von Bewertung (Dualismus) zu installieren, und
  • b) sie werden den Nullpunkt fortwährend nach "oben" korrigieren! Was dann 'gut / richtig / positiv' ist, wird stets nach noch höheren Werten gefordert und geschoben. Höher, weiter, schneller, Entwicklungen, die wir heute als
    • Positives Denken
    • Optimierungswahn
    • Leistung, Abschlüsse, Titel, Diplome
    • etc. kennen

Diese rasende und verlockende Entwicklung, "besser" zu werden, "stärker", "klüger", "attraktiver", verführt einem geradezu, je nach Lebensphase in der wir stecken. Kleinkinder wissen nicht, dass man noch vor Jahren erst mit sechs Jahren in den Kindergarten ging. Kinder werden in Schulen höchstgetrimmt. Studenten werden damit 'gewohnt' erwachsen - ...

... aber wir Erwachsene, ob mit 35 in der Mitte der eigenen Familie, ob mit 45 als Etablierte, ob mit heute 50+, die wir das früher anderes kannten, in andere Revolutionen wie die Freiheit, die Sexualität, die Pille, die Frauenrechte die Gesellschaft aufbrachen - wir haben eine Sache zu bedenken: Es kann sein, dass wir bereits keine 40 Jahre kontinuierliche Arbeit, wie unsere Väter, mehr erlebten - aber wir - so wage ich das in Frage zu stellen - werden vermutlich auch keine 30 Jahre kontinuierlichen Ruhestand erfahren. Wir müssen uns darauf einstellen, noch massiv aufgerüttelt und umgewälzt zu werden, technisch, digital, kommunikativ, medizinisch und gesellschaftlich.

Und in diesem Tsunami, dieser Welle, die bereits über unsere Köpfe und Seelen rollt, werden wir allenfalls eine wichtige Sache aus den Augen verlieren: Unseren Standpunkt, unsere Haltung und unsere Mitte - Seelischer Ausgangspunkt eines jeden Menschen Lebens und Handelns.

Das Quantitative in der neusten Entwicklung veranlasst uns - wieder - zu bewerten. "Mehr-oder-Weniger" werden der neue 'Himmel' oder die neue 'Hölle'. Daher wollen wir allenfalls weniger denken und lieber einfach nur 'Der/Die Stärkere' sein, was meint: 'Besser' du verlierst - sonst müsste ja ich verlieren - und dann kracht es.

 

Der versöhnliche, humanistische Standpunkt: Die Menschen werden "o.k." geboren

Nach Eric Berne werden alle Menschen mit einem guten und gesunden Potential geboren. Auch Menschen mit emotionalen Tiefen wie Höhen sind vollwertige, intelligente Menschen -

Dieses Prinzip, konsequent verinnerlicht, eröffnet mitmenschlich den Weg dazu, eine respektvolle und akzeptierende Haltung gegenüber allen Menschen aufzubauen. Fachlich und auf seine Arbeit als Psychologe formulierte er weiter: Alle emotionalen Schwierigkeiten sind heilbar - ein ausreichendes Wissen und geeignete Methoden vorausgesetzt. 

Ich selber habe mich entschieden, diesem Ok-Sein als Grundannahme, als Anker und Orientierungspunkt mit dieser Website einen Ausgangspunkt, einen Pol, zu schaffen, von dem aus ich gestalten kann, was mir selber noch zugängig und daher möglich ist, nämlich nicht einfach das Alte aufzugeben und davon abzulassen, nein, ich 'gestalte' im Rausch des Aktuellen, dass ich daran festhalte, so lange meine Leben in dieser Welt' Zeit einen Einfluss nehmen kann. Für mich beherbergt jeder Mensch seine eigene Freiheit, sein Ok-Sein, seine kulturelle Herkunft, Werte, Gesetze, Regeln, Mythen und älteste instinktive wie intuitive Fähigkeiten.

Ich möchte mich und meinesgleichen nicht 'just so' den Wissenschaften hergeben (die Wissenschaften bleiben dabei ok) und mich

  • aus einem Fragebogen und
  • 7 - 70 Internetklicks analysieren und bewerten zu lassen.
  • Oder aufgrund meiner Kontakte, Bewegungenmuster und Fotos ein Profil für mich von einem Algorithmus berechnet erhalten, welcher mich skaliert und damit einweist, wo genau ich in der Rangliste stehe.

Noch muss ich mich dem nicht beugen - und noch habe ich Raum, mich durch eigenes Denken, Fühlen und Orientieren als Mensch zu gestalten und ein eigenes Profil zu entwickeln - wie ich bin!Darin bin ich völlig ok und angenommen.

Uns so möchte ich auch Sie weiterhin sehen, erfahren, kennen lernen und verstanden wissen!

Soweit ist das mein Standpunkt 2016.

Jona Jakob
Frankfurt

P.S. Vertiefung oder eben auch 'Anlass', mich zu festigen:

In der Woche zum 2. Advent 2016 publizierte die Wochenbeilage des Tagesanzeiger Schweiz 'Das Magazin' folgenden Beitrag - ich lade sein ein, möchte aber schier einen Appell an Sie senden:

Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt
Der Psychologe Michal Kosinski hat eine Methode entwickelt,
um Menschen anhand ihres Verhaltens auf Facebook minutiös zu analysieren.
Und verhalf so Donald Trump mit zum Sieg.

https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/

Es gilt dabei zu bedenken, dass ganz viel, was mit 'Selber-gestalten' zu tun hat, eine Sache bedingt: Unwissenheit, Unbekanntheit, unbegangener Raum. Big-Data scheint mir diesen gerade zu entziehen, diesen Leerraum. Incertum mag hierfür Raum bewahren - bereitschaftlicher, geistiger und sehr menschlicher Raum. JJ